Craque – Density Operator
Der erste Artikel über ein aktuelles Netlabel-Release geht an Stadtgruen! Ein sperriges, trotzdem aufregendes Stück Klang. Sechs Titel, die merkwürdig vor sich hinwabern, sich dem Rhythmus nicht ganz entziehen und dennoch eher zerrissene, neblige Soundfetzen bieten.
Stadtgruen ist ein von mir sehr geschätztes Label, das zweigleisig fährt:
Die stadt-Titel mit Techno, Dub, straight und rhythmisch.
Die gruen-Titel mit eher ruhigeren, atmosphärischen Sounds.
Density Operator von Craque wurde in die grüne Schiene aufgenommen, ist aber weitaus experimenteller als die meisten anderen Releases, die hier zu finden sind.
Also keine Wohlklang-Stücke zur Raumgestaltung, sondern Titel, die die Aufmerksamkeit erfordern. Andererseits auch wieder nicht so noisig, dass man nach kurzer Zeit genervt abschaltet. Ein bisschen kommen hier Erinnerungen an die aufregende Zeit der Netlabels vor vier, fünf Jahren hoch, als (mir) vieles noch ganz neu und ungewohnt war…
Monad ist ein recht ruhiges Stück, das sich langsam entwickelt und den Weg bereitet für das Folgende. Entangled wirft merkwürdige Drumsamples in den Raum, kaum erkennt man eine Linie, hat sich das Stück schon wieder in eine andere Richtung begeben. Sehr bizarr…
Qubit String knarzt zu einem sanften Klangteppich. Ausdruck beginnt völlig unerwartet mit akustischer Gitarre, zu der sich dann doch zum ersten Mal ein erkennbarer Beat gesellt. Dennoch auch hier viele kleine Puzzle-Teilchen, die sich nicht unmittelbar erschließen. Interfere beginnt sehr noisig und ist sowas wie die IDM-Variante von Trip-Hop, oder wie das mal hieß. Groß. Und schließlich Licht, das anscheinend ein paar Klänge aus dem Proberaum mit all den feinen Elementen versieht, die dieses Album ausmachen.
Tracks
- 01 | 03:28| Monad |
- 02 | 06:19| Qubit String |
- 03 | 06:03| Entangled |
- 04 | 05:49| Ausdruck |
- 05 | 06:18| Interfere |
- 06 | 06:56| Licht |
Links
Info
Release vom 17.01.2008